WLAN Unterbrüche in Verbindung mit VoIP lösen

Was sind WLAN-Unterbrüche?

WLAN-Unterbrüche sind Aussetzer in der Funkübertragung zwischen Ihrem Computer/Smartphone und ihrem WLAN-Router oder -Accesspoint. Einzelne Pakete in der Datenübertragung kommen nicht mehr an ihrem Zielort an, weil das WLAN-Signal zu schwach ist oder zeitweise komplett unterbrochen ist.

Sie bemerken WLAN-Unterbrüche durch stockende Videos, Aussetzer in der Musik-Übertragung oder auch abgehackte VoIP-Telefonate und Videokonferenzen.

Wie kommt es zu WLAN-Unterbrüchen?

Das WLAN-Funksignal ist äusserst empfindlich. Aufgrund gesetzlicher Bestimmung zum Schutz vor elektrischer Strahlung dürfen WLAN-Antennen nur mit einer sehr geringen Sendeleistung Daten übertragen. Schon kleinste Hindernisse zwischen Ihrem Computer und der WLAN-Antenne haben Auswirkungen auf die Übertragungsgeschwindigkeit.

Besonders grossen Einfluss haben die folgenden 4 Komponenten

WLAN Unterbrüche - WLAN Repeater
  • Grosse Entfernung: Ihr Computer ist schlichtweg zu weit von der WLAN-Antenne entfernt. In geschlossenen Räumen kann das Signal schon nach 10m sehr schwach werden. In komplett freier Natur sollen die Signale bis zu 300m weit senden können.
  • Wände: Grosses Gift für das WLAN-Signal sind die Wände in Ihrer Wohnung/Ihrem Büro. Schon eine Wand kann das Signal massiv schwächen, so dass beim Empfänger kaum noch etwas ankommt. So sollte an jedem Ort, an dem Sie volles WLAN-Signal benötigen, eine separate Antenne vorhanden sein, ohne Zwischenwände.
  • Stark genutzter WLAN-Kanal: Das Funkband ihrer WLAN-Antenne ist in mehrere Funkkanäle unterteilt. Besonders in Mehrfamilien-Häusern und grossen Bürogebäuden gibt es immer wieder bestimmte Kanäle, welche besonders häufig genutzt sind. In der Konfigurations-Oberfläche Ihres WLAN-Routers können Sie sehen, welcher Kanal wie stark genutzt ist. Wechseln Sie auf einen wenig genutzten Kanal oder weichen Sie vom 2,4 GHz auf das 5 GHz Frequenzband aus.
  • WLAN-Repeater: Es klingt ein wenig paradox, aber gerade so genannte WLAN-Repeater, welche es in erster Linie für private WLAN-Netzwerke zu kaufen gibt, können eine Ursache für unterbrochene WLAN-Signale sein. Wir haben immer wieder beobachtet, dass Repeater zeitweise das Signal „verschlucken“. Verzichten Sie auf WLAN-Repeater und bauen Sie stattdessen ein nahtloses Mesh-Netzwerk auf mit mehreren vollwertigen WLAN-Antennen. Dieser Schritt ist aufwändiger, da Sie an jedem Standort einer vollwertigen WLAN-Antenne auch einen Netzwerkanschluss benötigen. Aber nur auf diese Weise lässt sich ein zuverlässiges WLAN-Netz aufbauen.

Warum ist VoIP insbesondere auf gutes WLAN angewiesen?

VoIP ist eine so genannte Realtime-Anwendung. Das bedeutet, alles was es an Daten gibt wird 1:1 in Echtzeit an die Gegenpartei übertragen und umgekehrt. Anders als bei Nicht-Echtzeit-Anwendungen wie dem Aufrufen einer Webseite, werden Daten nicht erneut gesendet, sollten diese aufgrund von Übertragungsfehlern bei der Gegenpartei nicht angekommen sein. Dies hat den Hintergrund, dass man bei einem Telefonat nicht mehrere Sekunden auf die Sprache warten kann, bis wirklich alle Daten komplett sind. Dies würde in komplett verzögerten Telefonaten enden.

Beim Aufruf einer Webseite stört Sie das nicht. Hier ist es wichtig, dass jeder Buchstabe an seinem vorgesehenen Ort ist und Sie können auf das Laden der Seite auch mal einige Sekunden warten.

VoIP-Telefonate hingegen beginnen mühsam zu werden, sobald die Verzögerung mehr als 100ms beträgt. Aus diesem Grund sind VoIP-Telefonate ganz besonders auf erstklassige WLAN-Signale angewiesen.

Wie kann ich WLAN-Probleme analysieren?

Wie zuoberst bereits notiert, gibt es einige erste Hinweise darauf, dass Ihr WLAN-Signal von Aussetzern betroffen ist. Insbesondere, wenn Sie Unterbrüche feststellen beim Betrachten von Videos, beim Musik hören, bei VoIP-Telefonaten oder Videokonferenzen.

Stellen Sie in diesen Bereichen Probleme fest, können Sie folgende Wege zur weiteren Analyse gehen…

  • WLAN-Symbol: Betrachten Sie das WLAN-Symbol an ihrem Laptop. Sind alle 3 Striche vorhanden? Sind es nur 2 oder gar nur einer? Besonders wenn nur 1 Strich vorhanden ist, ist Vorsicht geboten und Sie sollten Optimierungen an Ihrem WLAN-Netz vornehmen.
  • speedtest.net: Öffnen Sie auf ihrem Laptop die Webseite www.speedtest.net . Gehen Sie mit Ihrem Laptop direkt neben Ihre WLAN-Antenne und starten Sie den Test. Merken Sie sich die Werte von Ping und Download-Geschwindigkeit. Gehen Sie mit dem Laptop anschliessend an den zu überprüfenden Standort und starten Sie den Test erneut. Ist Ihr Ping deutlich über 50-100 ms und ist die Geschwindigkeit nur noch ein Bruchteil derer direkt neben der WLAN-Antenne? Dann sollten Sie Optimierungen an Ihrem WLAN vornehmen.
WLAN Ping - Eingabeaufforderung
WLAN Ping
  • Ping: Geben Sie unter Windows den Suchbegriff „terminal“ ein und starten Sie die „Eingabeaufforderung“. Geben Sie den Befehl „ping -t www.google.ch“ ein. Anschliessend sendet das Programm kleine Pakete an den Google-Webserver und zeigt Ihnen in ms an, wie lange das Paket braucht. Lassen Sie das Programm einige Zeit lang laufen und achten Sie insbesondere darauf, ob es zwischenzeitlich grosse Ausschläge nach oben gibt, so dass ein Paket vielleicht sogar über 1000 ms benötigt. Sollte der Ping dauerhaft über 50-100 ms liegen, sollten Sie Ihr WLAN-Netz in jedem Fall optimieren.
  • WiFi-Analyzer für Android: Für Android gibt es es noch eine App zum Ausmessen Ihres WLANs: WiFi-Analyzer Mit dieser App können Sie sich anzeigen lassen, auf welchen Kanälen welches WLAN-Netz ist und wie stark das Signal ist. Für iOS gibt es aufgrund von Systembeschränkungen leider keine solche App. Für Windows gibt es noch das Programm InSSIDer, welches ähnliches leistet, wie der WiFi-Analyzer.

Wie kann ich meine WLAN-Probleme beheben?

  • WLAN-Antenne an anderem Ort aufstellen: Die erste Massnahme ist sehr simpel. Sie können versuchen durch einen neuen Standort der Antenne das Signal an ihrem Arbeitsplatz zu verbessern. Können Sie die Antenne näher an den Arbeitsplatz bringen? Können Sie vermeiden, dass sich eine Wand zwischen Antenne und Empfänger befindet? Im Idealfall sollte die WLAN-Antenne ausserdem ca. 1 m unterhalb der Decke an einer Wand montiert sein. Prüfen Sie, ob Sie den WLAN-Empfang mit diesen Massnahmen verbessern können.
  • Zusätzliche WLAN-Antennen installieren (Mesh): Genügt eine WLAN-Antenne allein nicht mehr, um alle Bereiche in Ihrer Wohnung/Ihrem Büro abzudecken, sollten Sie zusätzliche Antennen installieren, um die Abdeckung zu vergrössern. Wichtig ist, dass Sie dabei von Beginn an auf ein professionelles System setzen, welches mehrere Antennen in einem so genannten Mesh-Netzwerk zusammenfasst. Dabei werden die Funksignale aller Antennen gebündelt und für Ihre Endgeräte sieht es so aus, als wäre nach wie vor nur eine Antenne vorhanden. Nicht zu empfehlen ist hingegen die sehr kostengünstigen WLAN-Router für vielleicht CHF 120 / Stück zu nehmen und einfach zusätzliche Geräte aufzustellen. Diese finden sich nicht in einem Mesh-Verbund zusammen sondern agieren alle autonom und schaffen so in der Regel nur neue Probleme.

    Sehr empfehlen können wir in diesem Zusammenhang die Produkte vom Hersteller Ubiquiti. Z.B. das aktuelle WiFi-6 Modell „Ubiquiti UniFi 6 LR„. Pro Antenne fallen etwas über CHF 200 an. Dafür erhalten Sie ein wirklich solides Produkt mit einem sehr hohen Datendurchsatz.

    Wichtig zu wissen ist, dass Sie am Standort jeder WLAN-Antenne einen separaten Netzwerk-Anschluss benötigen. Gerade in älteren Gebäuden kann dies zu einer grossen Herausforderung werden und sehr wahrscheinlich müssen zusätzliche Kabel-Installationen von Ihrem Elektroinstallateur vorgenommen werden.

    Auch für den Consumer-Bereich gibt es Mesh-Produkte wie z.B. von AVM Fritz! Grundsätzlich haben wir aber die besten Erfahrungen bislang mit den Ubiquiti Produkten gemacht.

Was gibt es für Alternativen zum WLAN?

Können Sie Ihr Netzwerk nicht um zusätzliche Antennen erweitern, so gibt es noch 2 Alternativen zum WLAN.

WLAN Unterbrüche - Ethernet Kabel
  • Direkte Netzwerk-Verkabelung: Die beste Netzwerkverbindung in Sachen Datendurchsatz und Verbindungsstabilität erhalten Sie nach wie vor über eine herkömmliche Netzwerkverkabelung. Sie können die Arbeitsplätze, welche bislang Probleme mit dem WLAN-Empfang haben, zusätzlich mit einem fixen Netzwerk-Anschlusss ausstatten lassen. Dies macht wieder Elektroinstallationen notwendig, welche schnell ins Geld gehen können.
  • PowerLAN/DLAN: Die einzige Alternative die noch bleibt, falls keine direkte Netzwerk-Verkabelung gelegt werden soll ist das so genannte PowerLAN oder DLAN. Dabei handelt es sich um Adapter, welche in die Steckdose gesteckt werden und über das vorhandene Stromnetz eine Datenverbindung aufbauen. Dies hört sich im ersten Moment nach DER Lösung an für Gebäude, in denen nicht genügend Netzwerkanschlüsse vorhanden sind. Die Adapter haben aber einen Nachteil. Die Verbindungsqualität ist in der Regel schwankend. Sobald starke Verbraucher im Stromnetz angeschaltet werden, wie z.B. eine Spülmaschine oder ein Staubsauger, gibt es in der Regel Einbrüche bei der Netzwerkqualität. Diese Lösung ist also mit grosser Vorsicht zu geniessen und sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn die Installation eines zusätzlichen Netzwerkanschluss wirklich absolut ausgeschlossen ist. Gerade was VoIP-Gespräche und Videokonferenzen angeht, sind wir hier in der Regel schnell wieder von Störungen betroffen.

    Sollten Sie sich dennoch für eine PowerLAN-Lösung entscheiden, können wir die Produkte vom Hersteller devolo empfehlen.

Warum ist es so schwer ein gutes WLAN-Netzwerk aufzubauen?

Sie haben in diesem Artikel nun bereits gelernt, dass es ganz verschiedene Herausforderungen im Zusammenhang mit dem WLAN gibt. Besonders, wenn es um VoIP und Videokonferenzen geht, also um Realtime-Anwendungen, kann der Aufbau eines funktionierenden WLAN-Netzes zu einer echten Mammutaufgabe werden. Man benötigt hochwertigste WLAN-Komponenten und eine gut ausgebaute Netzwerk-Verkabelung, wenn man viel Freude mit seinem WLAN-Netz haben will.

Die Hauptursache liegt in der bereits angesprochenen geringen Sendeleistung, welche für WLAN-Komponenten gesetzlich erlaubt sind. Für Funktelefone mit dem so genannten DECT-Standard ist z.B. eine 2,5 mal höhere Sendeleistung (250 mW bei DECT statt 100 mW bei WLAN) zugelassen und dementsprechend haben diese Geräte viel grössere Reichweiten innerhalb von Bürogebäuden.

Der zweite Punkt ist, dass WLAN ursprünglich nicht für das sogenannte Roaming zwischen den Funkzellen ausgelegt ist. Dabei geht es darum, dass ein Benutzer mit einer aktiven Verbindung während z.B. einem Telefonat von einer Funkzelle in eine andere wechselt. Nur sehr ausgefeilte Mesh-Netzwerke bekommen hier halbwegs taugliche Lösungen zustande. Bei DECT-Funktelefonen sind die Lösungen ebenfalls wieder um einiges weiter und das Roaming kann mit hochwertigen Komponenten gut bewerkstelligt werden.

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